Entdeckungen & Erfindungen

Der jüngste Erfinder Österreichs

Leopold Winter ist neun Jahre alt und der jüngste Erfinder Österreichs. Den Brief ans Patentamt hat er hinter dem Rücken seiner Eltern abgeschickt. Hündchen Pooky war sein Komplize.

Leopold zeichnet Vorlagen für Maschinen, an denen er im Keller herumbastelt.
Leopold zeichnet Vorlagen für Maschinen, an denen er im Keller herumbastelt.Foto: Christiane Fasching
Leopold und Papa Alois
Leopold und Papa AloisFoto: Christiane Fasching
Leopold Winter ist der jüngste Erfinder Österreichs.
Leopold Winter ist der jüngste Erfinder Österreichs.Foto: Christiane Fasching

Neugierig schaut Leopold auf ein Gerät, das nicht mehr richtig funktioniert. Dann legt er los. „Was ist das für ein Hebel? Müssen wir den Luftfilter reinigen? Gehen die Zündkerzen noch?“, will Leopold von seinem Vater Alois wissen. „Mir bluten oft die Ohren“, lacht Alois über den Wissensdrang seines Sohnes. Seit drei Jahren ist Leopold leidenschaftlicher Erfinder. In seinem Zimmer zeichnet er Vorlagen für Maschinen, an denen er im Keller herumbastelt. „Zwingen tut ihn dazu keiner. Das macht er alles selbst“, stellt Papa Alois klar, der selbst Elektroingenieur ist.

Zündende Idee

Leopold hat eben nicht nur Köpfchen, sondern auch seinen eigenen Kopf. Er erzählt, wie es zu seiner Erfindung gekommen ist: „Ich wollte einen Motor entwickeln, der weniger Abgase ausstößt und weniger Treibstoff verwendet.“ So hat er einen Magnetzünder für einen Verbrennungsmotor erfunden. Leopold fand seine Erfindung so toll, dass er sie beim Patentamt anmelden wollte. (Das ist der Ort, an dem man neue Erfindungen anmeldet.) Sein Papa sollte das Kuvert mit der Anleitung an die richtige Adresse schicken. „Aber ich hab befürchtet, dass der Brief dort im Papierkorb landet“, erzählt Papa Alois. Also schickte er den Brief heimlich nicht zum Patentamt, sondern an Leopolds Tante, die in Wien lebt. Sie schickte ihrem Neffen ein selbstgebasteltes Patent zurück. „Aber ich hab gleich erkannt, dass da etwas nicht stimmt“, erinnert sich Leopold.

Ein tierischer Helfer

Leopold gab nicht auf und legte seinem Papa ein neues Kuvert auf den Schreibtisch. Als dieses nach zwei Wochen immer noch auf demselben Platz lag, nahm er die Sache selbst in die Hand. „Ich hab gesagt, dass ich mit unserem Hund Pooky spazieren gehe und bin dann zum Postamt im Dorfladen spaziert. Dort hab ich den Brief selbst aufgegeben“, verrät er. Seine Eltern erfuhren erst ein paar Wochen später davon. Dann trudelte nämlich ein Schreiben vom Österreichischen Patentamt ein. Als Vater Alois dort anrief und klarstellte, dass Leopold erst neun Jahre alt ist, waren alle total aus dem Häuschen.

Nicht aufgeben!

Im Herbst durfte Leopolds Familie das Österreichische Patentamt besuchen. Auch ins Ministerium für Innovation und Technologie wurde Leopold eingeladen. Dort bekam er eine Urkunde, auf der steht, dass er der „jüngste Erfinder beim Österreichischen Patentamt“ ist. „Man darf einfach nie aufgeben“, sagt Leopold, der später einmal Techniker werden will. Bis dahin will er aber noch weitere Briefe ans Patentamt schicken. Die Adresse kennt er jetzt ja.

Christiane Fasching